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Botanik
Brokkoli (Brassica oleracea var. italica) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Botanisch handelt es sich nicht um eine eigenständige Art, sondern um eine Varietät der Art Brassica oleracea, zu der auch andere Kulturformen wie Blumenkohl, Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing und Kohlrabi zählen.
Genutzt werden beim Brokkoli vor allem die noch unreifen Blütenstände samt eines Teils der fleischigen Sprossachse. Charakteristisch sind die dicht stehenden, meist grünen Blütenknospen, die sich vor dem Aufblühen ernten lassen. Wie für Kreuzblütler typisch, enthält Brokkoli sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere Glucosinolate, aus denen beim Zerkleinern oder Kauen enzymatisch bioaktive Verbindungen wie Sulforaphan entstehen.
Inhaltsstoffe
Der Star der sozialen Medien liefert eine ganze Reihe an tollen Inhaltsstoffen. Dazu gehören vorallem die Vitamine C, K und B9, sowie Sulforaphan und Ballaststoffe. Die Funktion von Vitamin C ist den meisten Leuten bekannt. Als potentes Antioxidanz wirkt es oxidativem Stress entgegen, der unsere Zellen jeden Tag belastet. Vitamin K ist an der Blutgerinnung beteiligt und ist wichtig für die Knochengesundheit.
Sulforaphan
Als Senföl muss Sulforaphan zuerst aktiviert werden. Das Enzym Myrosinase tritt beim Kauen aus den Zellen des Kreuzblütlers aus und katalysiert im Anschluss die Reaktion von Glucoraphanin zu Sulforaphan. Glucoraphanin ist ein schwefelhaltiges Glucosinolat (Senfölglykosid) und die Vorstufe des Sulforaphans. Sulforaphan ist also eigentlich ein Abbauprodukt.
Allerdings ist die Myrosinase stark hitzeempfindlich d.h. beim Kochen des Brokkolis geht dieses Enzym schnell verloren und mit ihm die potenziellen Vorteile des Sulforaphans. Durch Zugabe von myrosinasehaltigen Lebensmitteln kann das Sulforaphan aber auch nach dem Kochen noch gebildet werden. Myrosinase ist, genauso wie Sulforaphan, in rohen Kreuzblütlern enthalten, sprich in: Rotkohl, Weißkohl, Senfkörnern, Pak Choi, Kresse und Ruccola etc. .
Zu Sulforaphan wird derzeit stark geforscht. Es wirkt antioxidativ und zellschützend und wird mit einem geringeren Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Außerdem werden ihm entzündungshemmende Eigenschaften und ein positiver Einfluss auf die Mitochondrienfunktion nachgesagt.
Entgiftungsunterstützung
Sulforaphan aktiviert Entgiftungsenzyme, in unseren menschlichen Zellen, die krebserregende Stoffe unschädlich machen können. Das ist in der Krebsprävention von großer Bedeutung, da kanzerogene Stoffe Schäden an der DNA verursachen, die durch Sulforaphan vermieden werden könnten. Dazu aktiviert es Phase 2 Enzyme in der Leber, die die Biotransformation (den Abbau) solcher Stoffe katalysieren. Außerdem beeinflusst es in den Körperzellen weitere Moleküle, die die Bildung zellschützender Substanzen veranlassen (z.B. Glutathion).
Entzündungshemmung
Sulforaphan kann den proinflammatorischen Transkriptionsfaktor NF-κB (Nuklearfaktor kappa-light-chain-enhancer of activated B Cells) hemmen. Dadurch wird die Bildung entzündungsfördernder Zytokine (Botenstoffe) reduziert. Das erklärt mögliche positive Effekte bei chronisch-entzündlichen Prozessen, die eine Rolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolischem Syndrom und neurodegenerativen Erkrankungen spielen.
Wir hoffen wir konnten Sie etwas für den Brokkoli begeistern, um ihn mal wieder in den Speiseplan aufzunehmen.
Ihr Biomarkt-Saaletalteam




